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Artikel: Herzinfarkt bei Frauen: Diese Warnzeichen darfst Du nicht übersehen

Rotes Papierherz und Stethoskop auf hellem Untergrund

Herzinfarkt bei Frauen: Diese Warnzeichen darfst Du nicht übersehen

Frau Angelika Varga – PureRev Gesundheitsmagazin

Plötzlich kaum Luft. Ein unangenehmer Druck. Übelkeit, obwohl Du nichts Ungewöhnliches gegessen hast. Ein Herzinfarkt kündigt sich nicht immer so an, wie Du es aus Filmen kennst. Gerade bei Frauen können Beschwerden dazukommen, die zunächst nach etwas ganz anderem aussehen.

Wichtig: Besteht jetzt der Verdacht auf einen Herzinfarkt, rufe sofort 112. Warte nicht darauf, dass die Beschwerden stärker werden oder bis morgen verschwinden.

Das gefährliche Bild vom „typischen“ Herzinfarkt

Eine Hand an der Brust, heftiger Schmerz, ein Zusammenbruch: Dieses Bild bleibt im Kopf. Doch wer nur darauf wartet, kann Warnzeichen übersehen.

Auch bei Frauen sind Brustschmerzen das häufigste Zeichen eines Herzinfarkts. Trotzdem können Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken, Kiefer und Oberbauch stärker im Vordergrund stehen. Manchmal fehlen deutliche Brustschmerzen ganz.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Sieht das genauso aus wie im Fernsehen?“ Sondern: „Sind diese Beschwerden neu, ungewöhnlich oder plötzlich stark?“

Diese Warnzeichen solltest Du kennen

Ein Herzinfarkt kann sich durch unterschiedliche Beschwerden bemerkbar machen. Dazu gehören:

  • Druck, Enge oder Schmerzen im Brustkorb: Das Gefühl kann auch in Ruhe auftreten und muss nicht wie ein stechender Schmerz wirken.
  • Atemnot: etwa wenn Dir plötzlich ohne entsprechende Anstrengung die Luft fehlt.
  • Übelkeit, Erbrechen oder Beschwerden im Oberbauch: Sie können zunächst an Magenprobleme denken lassen.
  • Schmerzen im Rücken, Nacken, Kiefer oder in den Armen: Beschwerden müssen nicht auf die Brust begrenzt bleiben.
  • Kalter Schweiß, Blässe oder Schwindel: besonders zusammen mit anderen plötzlich auftretenden Beschwerden.
  • Ungewöhnliche Schwäche oder ausgeprägte Erschöpfung: ein mögliches Begleitzeichen, das allein jedoch keinen Herzinfarkt beweist.

Du musst nicht mehrere Punkte erfüllen, bevor Du Hilfe holen darfst. Umgekehrt bedeutet nicht jede Müdigkeit oder Übelkeit automatisch einen Herzinfarkt. Eine Liste kann Orientierung geben – eine akute Situation aber nicht zuverlässig beurteilen.

Blutdruckmessung bei einer ärztlichen Untersuchung – Symbolbild zur Herzgesundheit
Ärztliche Untersuchung. Symbolbild. Foto: Antoni Shkraba / Pexels.

„Bestimmt nur Stress“ ist keine Entwarnung

Ein voller Alltag liefert schnell eine Erklärung: zu wenig geschlafen, zu viel gearbeitet, vielleicht die Wechseljahre. Doch eine plausible Vermutung ersetzt keine Abklärung.

Gerade neue oder starke Beschwerden solltest Du nicht vorschnell als Stress oder hormonelle Veränderung einordnen. Das gilt besonders bei plötzlich auftretender Atemnot, Druck im Brustkorb oder einer ungewohnten Kombination mehrerer Warnzeichen.

Du brauchst keine fertige Diagnose, um den Notruf zu wählen. Beschreibe, was gerade passiert. Die Beurteilung musst Du nicht allein übernehmen.

Bei Verdacht: 112 wählen und Anstrengung vermeiden

Rufe den Rettungsdienst. Schildere den Verdacht, die Beschwerden und Deinen Aufenthaltsort. Beantworte die Fragen der Leitstelle und befolge ihre Anweisungen.

Vermeide körperliche Anstrengung. Wenn die betroffene Person bei Bewusstsein ist, kann sie mit erhöhtem Oberkörper bequem sitzen oder liegen. Enge Kleidung lässt sich lockern. Bleibe bei ihr, bis Hilfe eintrifft.

Ist jemand bewusstlos und atmet nicht normal, sind sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich. Die Leitstelle kann dabei telefonisch anleiten.

Was Du schon vor einem Notfall tun kannst

Wenn Erschöpfung oder andere Beschwerden wiederkehren, ohne dass gerade eine akute Notfallsituation besteht, vereinbare einen ärztlichen Termin. Notiere, seit wann sie auftreten, wie lange sie dauern und ob Belastung eine Rolle spielt. Bei akuten Warnzeichen geht der Notruf vor jeder Notiz.

Für die langfristige Herzgesundheit zählen vor allem bekannte Risikofaktoren: Rauchen, hoher Blutdruck, ungünstige Blutfettwerte und Diabetes gehören dazu. Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die ärztliche Behandlung bestehender Risiken sind konkrete Ansatzpunkte.

Du musst nicht erst zusammenbrechen, um Hilfe zu verdienen

Warnzeichen zu kennen bedeutet nicht, hinter jedem schlechten Tag einen Herzinfarkt zu vermuten. Es bedeutet, Beschwerden ernst zu nehmen, die neu und beunruhigend sind – und im entscheidenden Moment zu handeln.

Bei Verdacht auf Herzinfarkt gilt: 112. Du musst Dir nicht erst sicher sein.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

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